Liebe Mandanten und Geschäftsfreunde,
auch im Jahr 2026 ist die steuerpolitische Gesamtlage von großen Vorhaben geprägt, deren Umsetzung sich häufig als überraschend detailreich erweist. In diesem Sinne bleibt alles beim Alten, im Westen nichts Neues.
International
Die Einführung der globalen Mindestbesteuerung im Rahmen der OECD („Pillar Two“) zielte darauf ab, mehr steuerliche Einheitlichkeit zu schaffen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass gemeinsame Ziele nicht automatisch zu einfachen Regelungen oder größerer Steuergerechtigkeit führen. Stattdessen entstehen neue Berechnungssysteme, Safe-Harbour-Regeln und umfangreiche Meldepflichten. Ein Regelwerk, das vor allem durch seine Komplexität und Detailtiefe auffällt. Zudem bleibt offen, weshalb führende Wirtschaftsnationen, insbesondere die USA, parallel eigene, für sie günstigere Modelle etablieren.
Europa
Auf europäischer Ebene verfolgt die EU weiterhin konsequent das Ziel der Missbrauchsvermeidung. Was politisch sinnvoll erscheint, führt in der praktischen Anwendung jedoch zu erhöhtem Prüfungsaufwand und wachsender Komplexität, insbesondere bei grenzüberschreitenden Sachverhalten.
National
Auch in Deutschland schreitet die Digitalisierung im Steuerwesen weiter voran. E-Rechnungen, strukturierte Datensätze und automatisierte Prüfverfahren versprechen zwar Effizienzgewinne, verlagern jedoch zugleich erhebliche Risiken auf die Steuerpflichtigen. Diese müssen ein hohes Maß an Genauigkeit in der Umsetzung sicherstellen, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Vereinfachungen sind dabei nicht zwangsläufig die Folge, vielmehr steigen anfangs Aufwand und Fehleranfälligkeit.
Das Gesamtbild bleibt damit vertraut: Die Zielsetzungen sind klar formuliert, ihre Umsetzung erfolgt jedoch in zahlreichen differenzierten Einzelschritten. Oder nüchtern gesagt: Das Steuerrecht wird nicht einfacher.
Gerne unterstützen wir Sie dabei, in diesem Umfeld den Überblick zu behalten.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Fuchs
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht
Inhalt:
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- Welche finanziellen Auswirkungen würden sich aus dem Wegfall des Splittingtarifs bei der Einkommensteuer ergeben?
- Keine Geschäftsveräußerung bei Betriebsfortführung durch Pächter
- Neue Regeln beim Vorsteuerabzug
- Umsatzsteuerproblem: Innergemeinschaftlicher Erwerb nicht erkannt
- Gratis-Lieferungen ins EU-Ausland können in Deutschland umsatzsteuerpflichtig sein
- Welche Folgen ergeben sich bei Beendigung des Nießbrauchs an einem Grundstück?
- Grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsanzeige: Eigene Anzeigepflichten im Blick behalten
- Termine Steuern / Sozialversicherung
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