Monatsinformation / Oktober 2026

Liebe Mandanten und Geschäftsfreunde,

alle rufen nach Reformen – aber wann ist eine Steuerreform wirklich eine Reform?

Steuerentlastungen, weniger Bürokratie, neue Wachstumsimpulse: Der Ruf nach Reformen ist allgegenwärtig. Nun soll Deutschland eine Einkommensteuerreform bekommen.

Ob das, was derzeit geplant ist, den Begriff „Reform“ tatsächlich verdient, darüber kann man allerdings diskutieren.

Auf eine eigene – möglicherweise etwas kritische – Kommentierung möchte ich an dieser Stelle verzichten. Stattdessen möchte ich auf ein lesenswertes Vorwort in der September-Ausgabe des Kölner Steuerdialogs aufmerksam machen. Der Titel „Es war einmal eine ‚Reform‘ …“ lässt bereits erahnen, in welche Richtung die Betrachtung geht.

Ausgangspunkt ist der Referentenentwurf für das Einkommensteuerreformgesetz 2027. Vorgesehen sind unter anderem eine Anhebung des Grundfreibetrags und Änderungen am Einkommensteuertarif. Gleichzeitig sind höhere Belastungen bei höheren Einkommen geplant.

Besonders interessant ist dabei ein Blick auf die finanziellen Auswirkungen: Nach den im Referentenentwurf dargestellten Zahlen stehen den steuerlichen Entlastungen entsprechende Mehreinnahmen gegenüber. Für 2027 ergibt sich unter dem Strich sogar ein geringfügiges Steuermehraufkommen von 25 Millionen Euro.

Auch von einigen weiteren zunächst diskutierten Änderungen ist im Referentenentwurf nicht mehr viel übrig. Das Vorwort kommt deshalb zu einer durchaus pointierten Einschätzung und spricht am Ende nicht mehr von der großen „Reform“, sondern von einem „Reformchen“.

Ich möchte dem an dieser Stelle nichts hinzufügen.
Das Vorwort spricht für sich.

Mit freundlichen Grüßen 
 
Dr. Horst Schaffer
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

Inhalt:

  • Bundesfinanzhof bestätigt Besteuerung der Energiepreispauschale bei Arbeitnehmern
  • Immobilienübertragung im Zuge einer Scheidung kann steuerpflichtig sein
  • Kürzere Nutzungsdauer: Auch Verkehrswertgutachten kann als Nachweis genügen
  • Sonderabschreibung nach § 7b EStG auch bei Wiederherstellung einer vermietbaren Wohnung möglich
  • Kosten für Hirnschrittmacher steuerlich absetzbar
  • Anlage EÜR für 2026 wurde veröffentlicht
  • Keine außergewöhnliche Belastung bei Kosten für Delfintherapie ohne vorherigen qualifizierten Nachweis
  • Pensionszusage an Gesellschafter: Höchstzusagealter bleibt entscheidend
  • Wegfall des Verlustabzugs infolge des Todes eines Mitunternehmers
  • Keine eidesstattliche Versicherung für datenschutzrechtliche Auskünfte von Finanzbehörden
  • Finanzämter wollen Unternehmensgründern schneller eine Steuernummer erteilen
  • Ab dem 01.01.2027 müssen alle Arbeitgeber Entgeltunterlagen elektronisch einführen
  • Alkoholsteuer soll um 20 Prozent angehoben werden
  • Termine Steuern / Sozialversicherung Oktober / November 2026

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